Körperhaltung verbessern
Ursachen für Beschwerden finden und Körperhaltung korrigieren
Es zieht im Rücken, der Nacken ist verspannt und die Glieder sind steif nach dem langen Arbeitstag im Büro – das kennen viele. Auch durch das Heben von schweren Dingen oder ständigen, einseitigen Belastungen können Beschwerden im Körper auftreten, die im Alltag zur Dauerbelastung werden. Viele dieser Probleme lassen sich auf die Körperhaltung zurückführen. Doch wie genau hängt das zusammen und wie kann man nachhaltig die eigene Körperhaltung verbessern, um Beschwerden im Alltag zu verringern?
So sieht eine gesunde Körperhaltung aus
Ein Körper mit einer gesunden Haltung richtet sich mühelos auf und steuert die tiefliegenden Muskelstrukturen ganz automatisch an. Dadurch ist die Aufrichtung stabil und erfordert sanfte Muskelspannung, etwa in Gesäß und Bauch. Diese ist allerdings nicht intentional – wie beispielsweise bei einer bewussten Armbewegung –, sondern erfolgt ganz von alleine. Zieht jemand stattdessen bewusst die Schultern nach hinten und unten, können das Zeichen für das Kompensieren einer eingefallenen Körperhaltung sein. Denn eine gesunde Haltung erfordert das im Normalfall nicht. Ansonsten ist das Becken bei einer aufrechten Körperhaltung tendenziell aufgerichtet, der Rücken nicht rund oder im Hohlkreuz und die Brust geöffnet. Eine solche Haltung entlastet Knochen, Bänder und Bandscheiben. Darüber hinaus ermöglicht sie eine freie Atmung und nimmt den Druck von inneren Organen.
Der Zusammenhang von Körper und Psyche
Schiefe Körperhaltung Symptome: Häufige Beschwerden
Warum nehmen wir eine schlechte Körperhaltung ein? Häufige Ursachen
Die Symptome bei einer ungesunden Körperhaltung sind häufig komplexe Reaktionen auf die Ursachen. Dazu gehören beispielsweise ungesunde Gewohnheiten, muskuläre Dysbalancen oder eine schwach ausgeprägte Muskulatur. Auch einseitiger Zug der Faszien, einseitige Muskelkontraktionen oder -verkürzungen sowie eine mangelnde Stabilisierung des Körpers über die dafür vorgesehenen muskulären Stabilisatoren können die Ursache sein. Das kann ganz verschiedene Haltungsmuster hervorrufen, die von einer gesunden Haltung abweichen. Grund für die Ursachen können etwa typische Alltagssituationen sein, aber auch Unfälle oder Fehlstellungen im Skelett.
Handynacken durch schlechte Körperhaltung, PC und Fernseher
Wer viel Zeit vor dem PC, dem Fernseher oder dem Handy verbringt, neigt dazu nach unten zu schauen. Das belastet die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich sowie die Halswirbelsäule falsch. Die einseitige Muskelkontraktion überlastet dabei oft die Nackenmuskulatur, während beispielsweise die Brustmuskulatur verkürzt. Dadurch können Schmerzen und Verspannungen, wie etwa eine tastbare Verhärtung der Nackenmuskulatur, sowie Kopfschmerzen auftreten. Liegt ein solcher Handynacken vor, sollte dieser behandelt werden, um chronischen Verspannungen und Schädigungen der Halswirbelsäule sowie Bandscheiben entgegenzuwirken
Richtig Sitzen im Büro: Belastungen am Arbeitsplatz
Einseitige körperliche Belastungen in Beruf und Freizeit
Aber nicht nur im Büro treten körperliche Belastungen auf. Verschiedene Berufsgruppen erfordern körperliche Arbeit, bei der häufig immer wieder die gleichen Belastungen auftreten. Einige Beispiele sind etwa medizinisches Personal beim Umlagern von Patienten oder bei Operationen, im Handwerk und bei Paketzustellerinnen durch schweres Heben, sowie häufiges Heben und Tragen als Erzieher. Auch hier können Überlastungen beim Muskel als Agonist sowie Verkürzungen des gegenspielenden Muskels, dem Antagonisten, auftreten.
Des Weiteren ist es wichtig, dass die stabilisierenden Körpermuskeln richtig arbeiten können. So stützen sie Bewegungen und verhindern Überlastungen.
Aber nicht nur im Beruf können einseitige körperliche Belastungen auftreten. Auch in der Freizeit treten häufig Situationen auf, die den Körper unausgewogen belasten. Das ist etwa der Fall, wenn eine schwere Tasche immer auf der gleichen Schulter getragen wird, Eltern ihr Kind auf eine Seite der Hüfte stützen oder Einkäufe sowie schwere Kisten falsch gehoben werden. Zudem können Sportverletzungen oder übermäßige Belastungen den Gegenzug von Agonist und Antagonist aus dem Gleichgewicht bringen.

